Die Herrschaft der Habsburger

Kaiser Maximilian I. mit seiner Familie

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Während des 14. Jahrhunderts erweiterten die Habsburger ihre Hausmacht beträchtlich: 1335 erwarb Albrecht II., „der Lahme“, Kärnten und Krain; 1363 übertrug Margarete Maultasch, Albrechts Sohn Rudolf IV. die Grafschaft Tirol, und 1374/1382 gewann Rudolfs jüngerer Bruder Leopold III. Inner-Istrien und Triest. Der enorm gestiegenen Macht des Hauses Habsburg suchte Rudolf IV. 1358/59 durch das gefälschte „Privilegium maius“, durch das die habsburgischen Herzöge einen kurfürstenähnlichen Status erhalten sollten, formal Anerkennung zu verschaffen. Kaiser Karl IV. lehnte jedoch die Bestätigung des Privilegs ab.

Die Machtposition des Hauses Habsburg erfuhr eine deutliche Schwächung durch die Aufteilung des habsburgischen Besitzes auf zwei bzw. drei Linien (1379 bzw. 1406/11): die Leopoldinische (auch innerösterreichische Linie mit Steiermark, Kärnten, Krain, Triest, Inner-Istrien), die Albertinische (oder niederösterreichische Linie mit Nieder- und Oberösterreich) und die Vorder- oder Oberösterreichische Linie (mit den Vorlanden Tirols und Vorarlbergs sowie den „alten“ habsburgischen Besitzungen in Schwaben, im Elsass und in der Schweiz).

In den Jahren 1437/38 folgte die Albertinische Linie mit Herzog Albrecht V. auf Grund eines Erbvertrages mit den Luxemburgern Kaiser Sigismund auf dem böhmischen und dem ungarischen Thron nach, zugleich bestieg Albrecht als Albrecht II. auch den römisch-deutschen Thron. Sein Nachfolger als österreichischer Herzog und römisch-deutscher König, Friedrich III. (als Herzog Friedrich V.) aus der Leopoldinischen Linie, erhob Österreich 1453 zum Erzherzogtum; die Auseinandersetzung um die böhmische und die ungarische Krone nach dem Aussterben der Albertinischen Linie mit Ladislaus V. Postumus verlor er jedoch, zudem hatte er sich mit Adel und Ständen in Österreich auseinander zu setzen, mit ersten Einfällen der Osmanen und der teilweisen Besetzung Österreichs durch den ungarischen König Matthias Corvinus. Dennoch gelang es Friedrich, seine österreichische Hausmacht zu bewahren und durch die Verheiratung seines Sohnes Maximilian I. mit Maria, der Erbtochter Karls des Kühnen von Burgund, noch zu erweitern. Über drei-einhalb Jahrhunderte lang - von 1438 bis zum Ende des alten Reiches 1806 (mit Ausnahme der Jahre 1742 bis 1745), stellten die Habsburger die Könige bzw. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Maximilian I. konnte 1491 die um das burgundische Erbe (soweit es nicht an Frankreich verloren war) erweiterten habsburgischen Erblande wieder in einer Hand vereinen und durch geschickte Heiratspolitik bedeutend vergrößern: 1496 verheiratete er seinen Sohn Philipp den Schönen mit Johanna von Kastilien und León (der Erbtochter von Ferdinand II. und Isabella I.), und erwarb so Spanien mit seinen italienischen Besitzungen und seinen Kolonien für die Habsburger. Philipps ältester Sohn Karl V. erhielt das gesamte habsburgische Erbe – die spanischen, die burgundischen und die österreichischen Lande – und folgte 1519 seinem Großvater Maximilian auch auf dem römisch-deutschen Thron nach. Philipps zweiter Sohn Ferdinand I. heiratete in das böhmisch-ungarische Herrscherhaus ein und wurde 1526, nach dem Tod Ludwigs II. von Böhmen und Ungarn, zum König von Böhmen und von Ungarn gewählt; bereits 1521/22 waren ihm von Karl die österreichischen Erblande übertragen worden. Damit wurde Ferdinand zum Begründer der österreichischen Linie der Habsburger, die nach Karls Abdankung 1556 auch die römisch-deutsche Kaiserwürde übernahm.

In Ungarn machte jedoch Johann I. Zápolya, der von einem Teil der ungarischen Stände 1526 ebenfalls zum König gewählt worden war, Ferdinand die Herrschaft streitig. Johann Zápolya verbündete sich mit dem osmanischen Sultan Süleiman II. gegen Ferdinand und konnte sich mit Süleimans Hilfe im Osten Ungarns behaupten. 1529 zog Süleiman bis vor Wien und belagerte die Stadt, musste sich jedoch bald wieder zurückziehen. In Ungarn dagegen konnten sich die Osmanen schließlich festsetzen. In den österreichischen Erblanden selbst führte die „Türkennot“, die Notwendigkeit einer konzentrierten Abwehr der Türkengefahr, zu einer Reform der Verwaltung. Auf Druck der Stände errichtete Ferdinand länderübergreifende Zentralbehörden, die im Wesentlichen bis 1848 (Revolution) Bestand hatten.

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