Heute ist Weltalphabetisierungstag

Donnerstag, 8. September 2016, 18:22 Uhr
Teddy liest eine Geschichte
Teddy liest eine Geschichte

© Pixabay / User „Oldiefan“

Alphabetisierung

Darunter versteht man den Prozess, Lesen und Schreiben zu lernen.

Die UNESCO begeht jedes Jahr am 8. September den „Weltalphabetisierungstag“. Damit will die Organisation darauf hinweisen, dass sehr viele Menschen weltweit nicht oder nur sehr schlecht lesen und schreiben können.

Was ist Analphabetismus?

Unter dem Wort „Analphabetismus“ versteht man im Allgemeinen das Fehlen von Lese- und Schreibfähigkeiten bei einer Person. Oder anders ausgedrückt: Ein Mensch, der älter als 15 Jahre alt ist und nicht Lesen oder Schreiben kann, gilt als „Analphabet“.

Dabei unterscheidet man zwischen „primärem“ Analphabetismus – wenn ein Mensch nie Lesen oder Schreiben gelernt hat. „Sekundärer“ Analphabetismus meint, dass eine Person zwar in der Schule Lesen und Schreiben gelernt, jedoch nach der Schulzeit wieder verlernt hat.

Daneben gibt es noch sogenannte „funktionale“ Analphabeten. das sind Menschen, die zwar ein bisschen Lesen und Schreiben können, deren Fähigkeiten aber nicht den gesellschaftlichen Anforderungen gerecht werden.

Ein weltweites Problem

Die UNESCO geht derzeit davon aus, dass weltweit rund 757 Millionen erwachsene Menschen, die älter als 15 Jahre sind, nicht lesen und schreiben können. Zwei Drittel davon sollen Frauen sein.

Dabei gibt es von Land zu Land teils große Unterschiede: In Mali kännen rund 29,2 Prozent der Frauen lesen und schreiben, in Afghanistan nur etwa 24,2 Prozent und in Niger gerade einmal rund 11 Prozent.

Die meisten erwachsenen Analphabeten leben in Süd- und Westasien sowie im Afrika südlich der Sahara. Aber auch in reichen Ländern gibt es Analphabeten – in Frankreich, Italien oder Spanien sollen rund ein Viertel der Erwachsenen nur schlecht Lesen und Schreiben können. In Österreich soll rund jeder fünfte Jugendliche nicht „sinnerfassend“ lesen können.

Warum gibt es Analphabetismus?

Die Ursachen können sehr verschieden sein: Einer der wichtigsten Gründe ist Armut. In armen Ländern können sich viele Menschen Schulbildung für ihre Kinder nicht leisten. Außerdem werden bei Schulbildung Mädchen oft benachteiligt – in vielen Ländern dürfen Mädchen nicht zur Schule gehen.

Aber auch fehlende Förderung in der Familie oder fehlende Vorbilder können ebenso wie eine schlechte Bildungspolitik Gründe sein. Auch fehlendes Lesevergnügen kann eine Ursache sein: 2010 gaben rund 39 Prozent der Mädchen an, nie zum Vergnügen zu lesen – bei den Burschen waren es sogar 61 Prozent!

Internationale Bemühungen

Die Weltgemeinschaft ist sei 1990 bemüht, die Alphabetisierungsrate zu erhöhen. Damals wurde die Weltdeklaration „Bildung für alle“ beschlossen, Ziel war es, die Analphabetenrate bei Erwachsen bis 2000 um 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. 2000 bekräftigten die Staaten ihr Vorhaben und verlängerten das Vorhaben bis zum Jahr 2015.

Eine Studie der UNESCO kommt allerdings zu dem Schluss, dass die Analphabetenrate von 2000 bis 2015 lediglich von 18 Prozent (2000) auf rund 14 Prozent (2015) gesunken ist. Damit hat die Weltgemeinschaft ihr Ziel weit verfehlt.

Aber es gibt auch Lichtblicke: In Kuweit ging die Analphabetenrate von 2000 bis 2015 um 83 Prozent zurück.

Die UNESCO nennt zahlreiche Gründe, warum das Ziel nicht erreicht wurde. Einerseits sei der Alphabetisierung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt worden, andererseits gibt es oft soziale Spannungen, Konflikte oder Kriege, wodurch Bildung oft in den Hintergrund der Aufmerksamkeit rückt.

Was kann man gegen Analphabetismus tun?

Wichtig ist zunächst, dass man Menschen, die nicht oder nur schlecht Lesen und Schreiben können, nicht brandmarkt – die also nicht schlechter behandelt oder stigmatisiert. Neben einer guten Förderung in der Schule ist es wichtig, dass Eltern und Erziehungsberechtigte mit ihren Kindern gemeinsam lesen, vorlesen und ein gutes Vorbild sind.

Weiters gibt es in Österreich spezielle Angebote und Kurse für Menschen, die nicht oder nur schlecht Lesen und Schreiben können. Man sollte ihnen Mut machen, solche Angebote anzunehmen und die Chancen aufzeigen, die einem Lese- und Schreibfähigkeiten bringen.

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