Strache zieht sich aus Politik zurück

Dienstag, 1. Oktober 2019, 14:35 Uhr

In einer Pressekonferenz hat der ehemalige FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache mitgeteilt, dass er sich aus der Politik zurückziehen und seine Mitgliedschaft bei der FPÖ „ruhend stellen“ werde. Er wolle sich nun ganz seiner Familie widmen. Damit kommt Strache dem FPÖ-Bundesparteivorstand zuvor, der wenig später über einen möglichen Ausschluss Straches aus der FPÖ beraten hätte.

Viele Stimmen verloren

Die FPÖ hatte bei der Nationalratswahl viele Stimmen verloren. Dies wurde von einigen Mitgliedern der Partei vor allem Strache angelastet. Im Vorfeld der Wahl gab es mehrere politische Skandale, in die Strache verwickelt war.

Zum einen die „Ibiza-Affäre“, die zum Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition führte und die letztlich die vorgezogene Nationalratswahl auslöste. Dabei geht es um ein Video, dass unter anderem Strache zeigt, wie er mit einer angeblichen Nichte eines reichen Russen in einer Villa auf der Insel Ibiza Absprachen trifft. Die vermeintliche russische Familie würde durch die FPÖ-Politiker große Aufträge vom österreichischen Staat zugeschanzt bekommen. Im Gegenzug sollte die FPÖ dafür Geld bekommen und in den Medien gut dastehen.

Kurz vor der Wahl schadete die „Spesenaffäre“ der FPÖ stark. Dabei ging es um Rechnungen, die der ehemalige FPÖ-Chef über ein Spesenkonto abgerechnet hatte. Dabei soll es um 10.000 Euro monatlich gehen. Außerdem soll Heinz-Christian Strache 2.500 Euro Mietzuschuss pro Monat von seiner Partei erhalten haben. Der Vorwurf lautete, dass Strache nicht alle Spesen richtig abgerechnet habe. Die Untersuchungen dazu laufen.

„Aufrichtige Verbundenheit“

Bei der Pressekonferenz teilte Heinz-Christian Strache selbst mit, dass die Vorwürfe gegen ihn im Rahmen der Spesenaffäre falsch seien und warnte vor Vorverurteilungen.

Mehrmals wies er in seinem Statement darauf hin, dass die „freiheitliche Familie“ in den vergangenen Jahren stets hinter ihm gestanden sei. Weiters bekundete er seine „aufrichtige Verbundenheit gegenüber dem freiheitlichen Lager“.

In einer ersten Reaktion nahm der aktuelle FPÖ-Chef Norbert Hofer Straches Ankündigung, seine FPÖ-Parteimitgliedschaft ruhend zu stellen, „zur Kenntnis“. Mehr wollte Hofer zunächst nicht sagen und das anstehende Gespräch des FPÖ-Bundesparteivorstands abwarten.

Update

Gegen 19 Uhr verkündete Norbert Hofer, dass Heinz-Christian Strache von der Partei suspendiert wird. Sollten sich die Vorwürfe in der sogenannten „Spesenaffäre“ jedoch bewahrheiten, so würde Strache ein Parteiausschluss drohen. Hofer sagte dazu jedoch, dass es derzeit keine Belege dafür gebe. 

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